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CUP&CINO - Muckefuck Kaffee

Muckefuck – der kuriose Ersatzkaffee

Als Mucke­fuck, Mucken­fuck oder auch Land­kaf­fee bezeich­net man ein Getränk, das dem Lieb­lings­ge­tränk der Deut­schen, dem Kaf­fee, sehr ähnelt. Sucht man im Wör­ter­buch nach dem Wort “Mucke­fuck” ist dies der umgangs­sprach­li­che Begriff für dün­nen, schlech­ten Kaf­fee und wird als Kaf­fee-Ersatz bezeich­net. Falls Ihnen die­ses Wort aber noch nie begeg­net ist, ist das kein Wun­der – denn es hat schon eine sehr lan­ge Geschich­te und wird heu­te kaum noch ver­wen­det.

Inhaltsverzeichnis

Wieso der Muckefuck ein Kaffeeähnliches Getränk ist?

Weil es, wie auch der Kaf­fee, ein hei­ßes Auf­guss­ge­tränk ist, des­sen Zuta­ten ähn­lich wie Kaf­fee­boh­nen behan­delt wer­den. Außer­dem ähnelt er einem Boh­nen­kaf­fee nicht nur in der Far­be, son­dern auch in sei­nem Geschmack, jedoch nur ohne Kof­fe­in. Die Her­kunft vom “Mucke­fuck” stammt aus dem Ende des 17. Jahr­hun­derts. Zu die­ser Zeit war die fri­sche Kaf­fee­boh­ne ein Luxus­gut und nicht für jeder­mann käuf­lich zu erwer­ben. In Zei­ten der Not waren die Men­schen also auf der Suche nach einem güns­ti­gen Ersatz­kaf­fee, denn auf den Geschmack von lecke­rem Kaf­fee woll­te schließ­lich nie­mand ver­zich­ten. Man sagt als Fried­rich der Gro­ße die Kaf­fee­zöl­le stark erhöht hat­te, gab er so den Anreiz für die Her­stel­lung von einem Ersatz­kaf­fee. Die Lösung: Getrei­de­kaf­fee! Beson­ders in Zei­ten des Krie­ges gewann der Mucke­fuck Kaf­fee für Deut­sche an Bedeu­tung, da sich die brei­te Mas­se den nor­ma­len Boh­nen­kaf­fee kaum noch leis­ten konn­te.

Woraus besteht der Muckefuck Kaffee?

Die ers­ten Hin­wei­se fin­det man bereits in der Zusam­men­set­zung sei­nes Namen. Man kann den Namen ent­we­der aus dem Fran­zö­si­schen ablei­ten – “Moc­ca Faux” für “fal­scher Mok­ka / fal­scher Kaf­fee” oder aus dem Rhei­ni­schen vom brau­nen Holz­mulm “mucken” und dem Wort “faul” für “faux”. Der Mucke­fuck Kaf­fee besteht aus ver­schie­de­nen Bestand­tei­len. Hier­für wer­den Mischun­gen von Getrei­de­sor­ten wie Gers­ten, Din­kel oder Rog­gen, Pflan­zen wie Löwen­zahn und Früch­te wie bei­spiels­wei­se Dat­tel­ker­ne oder Fei­gen ver­wen­det. Um dem Mucke­fuck eine leicht bit­te­re Note wie bei einem rich­ti­gem Kaf­fee zu ver­lei­hen, wur­den noch Zicho­ri­en­wur­zeln hin­zu­ge­fügt. An der Zusam­men­set­zung kann man sehen, dass die­ses Heiß­ge­tränk kein Kof­fe­in beinhal­tet. Aller­dings sagt man, dass die Zicho­ri­en­wur­zel eine auf­put­schen­de Wir­kung und somit einen ähn­li­chen Effekt wie Kof­fe­in hat. Die gerös­te­te und gemah­le­ne Zicho­ri­en­wur­zel hat her­be, kara­mel­li­ge bis leicht hol­zi­ge Geschmacks­no­ten und ist somit per­fekt für den Ersatz des Kaf­fee­ge­schmacks geeig­net.

Malzkaffee oder Getreidekaffee? Die Zubereitung!

Grund­sätz­lich unter­schei­det man beim Ersatz­kaf­fee zwi­schen Malz- und Getrei­de­kaf­fee. Beim Getrei­de­kaf­fee wer­den Getrei­de­sor­ten wie Rog­gen oder Gers­te unter Was­ser gerei­nigt, bei mitt­le­rer Tem­pe­ra­tur getrock­net und anschlie­ßend bei hoher Tem­pe­ra­tur gerös­tet. Beim Malz­kaf­fee kommt noch ein Schritt hin­zu – hier­bei wird die Gers­te bei­spiels­wei­se zuerst in Was­ser ein­ge­legt und fängt somit an zu kei­men. Hier­bei ent­steht der Malz­zu­cker, der durch das anschlie­ßen­de Rös­ten kara­mel­li­siert und den Kaf­fee­er­satz etwas süß­li­cher macht. Die gerös­te­te Mischung muss nun nur noch abge­kühlt und gemah­len wer­den und kann anschlie­ßend mit hei­ßem Was­ser auf­ge­brüht wer­den.

Gibt es Muckefuck noch heute?

Ja – gibt es! In Reform- und Bio­märk­ten kann man heut­zu­ta­ge Malz­kaf­fee oder Lupi­nen-Kaf­fee kau­fen. Die Natur­kost­be­we­gung setzt auf den bio­lo­gi­schen Ursprung und auf die gesund­heits­för­der­li­chen Eigen­schaf­ten des Kaf­fee­er­sat­zes. Die wohl bekann­tes­te Ersatz-Kaf­fee Sor­te ist Caro-Kaf­fee. Das ist eine Mar­ke für lös­li­chen Ersatz­kaf­fee aus Getrei­de, die 1954 in Deutsch­land ein­ge­führt wur­de. Bei die­sem Kaf­fee han­delt es sich um eine Instant-Vari­an­te für die gan­ze Fami­lie, die ein­fach mit hei­ßem Was­ser auf­ge­gos­sen wer­den kann.

Für ech­te Kaf­fee­lieb­ha­ber sind die­se Ersatz­kaf­fee-Vari­an­ten sicher nicht die ers­te Wahl, für Men­schen mit Unver­träg­lich­kei­ten aber viel­leicht eine gute Alter­na­ti­ve.

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